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Die eine Antwort auf alle Fragen -Teil 3 – Abgekartetes Spiel

Ist die ganze Inkarnation ein abgekartetes Spiel?

Wir halten fest, dass der Wille des Reinen Lichts, Sich zu erfahren, kein Spiel um des Spielens Willen ist, sondern ein Maximum an Ernsthaftigkeit aufweist. Aus dieser Position heraus stellen wir uns die Frage, ob zwei Seelen sich absprechen könnten, welche Erfahrungen sie während einer gemeinsamen Inkarnation machen wollen, getreu der Geschichte „Die Kleine Seele“ von Neale Donald Walsh. In dieser Geschichte möchte eine kleine Seele erfahren, wie es ist, verletzt zu werden und verzeihen zu können, und bittet eine andere Seele, ihr dabei behilflich zu sein. Das liest sich zunächst einmal sehr schlüssig. Wir müssen aber bedenken, dass wir zwecks Inkarnation durch den Kanal des Vergessens gehen. Wir werden ohne irgendwelche Erinnerungen geboren und ab der ersten Minute des neuen Lebens von der Umwelt geformt. Ob jemand einen anderen verletzt, wie sehr er ihn verletzt, bzw. ob er ihn überhaupt verletzen kann, und ob der andere verzeihen kann, ist gar nicht so sehr Folge eines freien Willens, so nach dem Motto: „Okay, ich bin heute in Verzeihenslaune. So soll es ein.“ Das mag in den ersten Lebensjahren noch möglich sein (wenn wir noch kein so großes Ego haben und auch noch nicht so viel denken können), aber schon bald wird unser Charakter geformt, und wir bekommen Konditionierungen aufgepfropft. Vielleicht werden wir im Laufe des Lebens sehr oft verletzt, und ob wir bei immer wieder aufkommenden, vielleicht sogar gleichen Verletzungen, verzeihen können, ist in nicht zu unterschätzender Weise vom Charakter abhängig. Kann man da noch von einem freien Willen reden? Klar, wir haben immer noch die Möglichkeit zu entscheiden: Verzeihe ich, oder verzeihe ich nicht. Die Entscheidung wird uns jedoch oft genug von unserer Persönlichkeit dirigiert.

Beispiel!

Das Großhirn sagt aufgrund einer Verletzung: „Ich und dem verzeihen? Niemals. Wer bin ich denn? Da könnte ja jeder kommen und denken, mit dem kann man ja alles machen. Ich muss Stärke beweisen, sonst werde ich untergebuttert! Nur die Starken kommen durchs Leben. Das spielt die Natur uns ja so vor.“

Die Evolution macht es uns darüber hinaus nicht gerade leicht, wenn sie unsere Gehirne (Großhirn und Emotionalgehirn) so gestaltet, dass sie von Missverständnissen leben. Das Großhirn, das unter der Fuchtel des Egos die Bewertungen pflegt (siehe letzter Absatz), wird nämlich obendrein vom Emotionalgehirn mit Konditionierungen, also mit eingeübten Verhaltensmustern gespeist. Die Konditionierung könnte so aussehen, dass das oben zitierte Ego in seiner Kindheit immer wieder gesagt bekam: „Setz dich durch, lass dir nichts gefallen. Hau drauf!“ Hier ziehen Großhirn und Emotionalgehirn noch an einem Strang. Aber dann geht’s los. Das Großhirn bewertet eine Verletzung wie gerade gezeigt, und das Emotionalgehirn, bar der Information, dass es ja diese Konditionierung gespeichert hat, reagiert darauf. Seine Aufgabe ist es, das Leben zu erhalten. Immerhin ist der Mensch verletzt worden. Das könnte sich verschlimmern, gar mit dem Tod enden. Also stellt es Emotionen her, die den Verstand zu adäquaten Handlungen veranlassen (grob gesagt: Kampf oder Flucht). Es triggert das Drüsensystem, damit es Stresshormone ausschüttet, und die fühlen sich beileibe nicht gut an. Ob der Mensch nun aber kämpft, flieht oder verzeiht, ist Sache seines Charakters.

Diese Arbeitsweise der Gehirne ist bei allen Menschen gleich: Großhirn und Emotionalgehirn reden aneinander vorbei, solange man dieses Defizit nicht in jahrelanger Arbeit beseitigt hat. Das verursacht mitunter Tumult. Und: jedes Individuum hat seinen ganz eigenen Charakter. Davon gibt es derzeit über sieben Milliarden. Sieben Milliarden Möglichkeiten, eine Verletzung zu erfahren, zu bewerten und zu verarbeiten. Ist das nicht ein wunderbarer Wachstumsmarkt für das Reine Licht?

Noch einmal zurück zur kleinen Seele. Gehen wir davon aus, dass zwei Seelen sich tatsächlich wie beschrieben abgesprochen haben. Die eine Inkarnation verletzt die andere, um ihr einen Gefallen zu tun, und die andere möchte verzeihen können. Dazu zwei Punkte:
1. Um die gewünschte Erfahrung – die Verletzung – anspruchsvoll auszukleiden, kann es sich nicht um eine kleine Verletzung handeln, in etwa unbedacht daher Gesagtes. Eine kleine Verletzung kann in jeder auch noch so harmonischen Beziehung passieren, und sie kann auch leicht verziehen werden. Oder sie wird vergessen, weil es eben nur eine kleine Verletzung war. Für eine große, nur mit viel Aufgebot zu verzeihenden Verletzung ist jedoch entweder eine sehr unharmonische Partnerschaft notwendig (und dann geht es sicher nicht nur um eine einzige Verletzung), oder es ist ein entsprechender Charakter vonnöten. Beides bedarf jahrelanger Vorbereitungen und klingt nicht nach Absprache zwischen zwei Seelen, denn wie bereits gesagt: Für eine Inkarnation werden nur sehr wenige und obendrein grobe Punkte festgelegt. Die Art, welchen Charakter ein Mensch entwickelt und wie sich seine Beziehungen auszeichnen, gehören definitiv nicht dazu.
2. Sollte es aber um Verletzungen am Charakter vorbei gehen? Nehmen wir das Beispiel großer finanzieller Probleme. Wird jemand immer wieder übers Ohr gehauen, dann ist das ein Zeichen dafür, dass diese Person es anzieht, genauso wie immer wieder den falschen Partner, den falschen Job, Stress mit Vorgesetzten, Ämtern und dergleichen. Das wäre nun ein Beweis für die Richtigkeit der Aussage: Du hast es selbst angezogen. Zum Thema „Freier Wille“ darf ich getrost hinzufügen, dass niemand frei und willig diese Dinge anzieht, sondern sehr wahrscheinlich entsprechend konditioniert wurde in seinem Leben. Auch in diesem Fall dürfte die Umsetzung einer Absprache sich als recht schwierig erweisen.

Fassen wir noch einmal zusammen:

  • Der Mensch wird ohne Wissen und Erinnerung geboren. Er hat zunächst einmal nur ein paar Instinkte zur Verfügung
    Er wird im Lauf seines Lebens geformt und mit seinem ganz individuellen Charakter bestückt. Auch wenn die Charaktere nur in wenige verschiedene Kategorien eingeordnet werden können, so ist dennoch jeder einzelne sehr individuell
    Die Erfahrungen, die wir im Leben (meist unfreiwillig) machen, kommen uns schon zugute, und wenn wir etwas aus einer Situation gelernt haben, gehen wir gestärkt daraus hervor. Ansonsten drehen wir diese Runde noch öfters, denn nicht nur das Reine Licht will lernen und wachsen, sondern auch wir selbst. Doch wie auch immer es passiert: Das Reine Licht profitiert davon in jedem Fall
    Die Art, wie wir uns entscheiden, ist sehr von unserem Charakter geprägt. Beispiel: Ein mutiger Charakter geht an die Sache X anders heran, als ein ängstlicher. Ein ängstlicher Mensch wird eine Meinungsverschiedenheit sicher nicht mit der Faust austragen. Er kann es einfach nicht und tritt lieber den Rückzug an. Der Draufgänger, Rabauke, Raufbold, oder wie immer wir ihn auch nennen mögen, regelt das ganz anders, und auch, weil er einfach nicht anders kann und es ihn vielleicht immer wieder ordentlich Geld kostet. Weder das eine, noch das andere sei bewertend zu betrachten. Dieses krasse Beispiel soll nur klarmachen, dass unser freier Wille sehr begrenzt ist. Oder würdest du frei und willig faule Eier oder gegrillte Vogelspinnen essen, wenn du diese asiatischen Köstlichkeiten nicht aus deiner Erziehung heraus lieben gelernt hast?
    Unabhängig vom Charakter spielen auch Konditionierungen eine dramatische Rolle. Wer z.B. ein gravierendes partnerschaftliches, autoritäres oder finanzielles Problem hat, an Süchten und Neurosen leidet usw., wird sich schwer daran tun, seinen freien Willen zu leben, so wie wir ihn immer wieder propagiert bekommen. Mann kann sich eben nicht so einfach dazu entscheiden, in Zukunft von der Hartz-IV-Klasse in die obere Liga zu wechseln oder mit dem nächsten Partner eine harmonische Beziehung zu leben
    Für das Reine Licht ist es egal, wie du dich angesichts einer Situation entscheidest. Anhand deiner Entscheidung macht es seine Erfahrungen, und wie immer du dich entscheidest: Einer der anderen sieben Milliarden Charaktere macht es anders und liefert damit dem Reinen Licht eine andere Erfahrung zur gleichen Sache. Das Wachstum für Alles-was-ist ist also gesichert
    In Anbetracht der Tatsache, dass das Große Bewusstsein sich selbst erkennen und wachsen möchte, fällt die Möglichkeit aus, wir müssten an uns arbeiten und unser Ego ablegen, um zu Gott zurückzufinden. Es ist nicht unsere Entscheidung, ob und wann wir zu Gott zurückkehren
    Dennoch dürfen wir an uns arbeiten, um selbst zu wachsen. Wer immer wieder in Fettnäpfchen tritt und dafür Lehrgeld bezahlt, hat gute Gründe, umzudenken. Hier ist der freie Wille hilfreich

Im nächsten Blog gehen wir der Frage auf den Grund, ob wir wirklich alles selbst anziehen, das uns geschieht.

Viele Grüße

Tina und Marlin

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